Go East!- Russland 2013

Go East!- Russland 2013
Rußland vom 6.6.13 bis 6.7.13  Urlaubsreise ins Unbekannte.
Nachdem leider die klassischen Reiseländer für Land Rover Fahrer,wie Libyen und Algerien,nicht mehr erreichbar sind, wende ich mich gerne gen Osten. Alle Länder hinter dem „Eisernen Vorhang“ sind jetzt ja relativ einfach erreichbar. Nachdem ich letztes Jahr bis Armenien gekommen bin, stand diesmal Rußland auf dem Plan. Rußland erfordert leider doch einige Vorbereitungen, da ich nicht viel Zeit hatte, habe ich mich in die guten Hände von Renate und Claus Ruhe (www.outdoor-offroad.de) begeben. Die Beiden haben schon viel Erfahrung mit Reisen in Europa. Das Talent der Beiden immer einen Rastplatz für die Nacht zu finden, war schon beeindruckend.
Am 6.6. ging es bei Kilometerstand 88079 los. Mein 110er war vollgeladen mit dem Nötigsten, zuviel hatte ich aber nicht eingekauft, in der Ukraine und Rußland gibt es überall Magazine wo man sich gut versorgen kann.
Nach meiner Einleitung folgt ein Bericht vom Chef, der alles wichtige sagt.
Ich hatte mich vorher beim ADAC informiert, es stimmte fast alles, aber manche Sachen sind auch nicht ganz richtig.
Diesel gibt es in Polen, Ukraine und Rußland überall. Da der Schwefelgehalt in UA und RUS höher ist als bei uns,habe ich nach der Fahrt das Motoröl samt Filter gewechselt. TD4 mit 2.4l. Der Diesel wurde aber gut vertragen. In der UA kostete der Liter zwischen 97 Cent und 1.06€. In Rußland zahlte ich zwischen 69 Cent und 72 Cent. Insgesamt flossen 880,54 l durch den Ford Motor. Im Schnitt verbrauchte ich 9,564l/100km. Das Tanken in RUS ist aber komplizierter als bei uns, erst bezahlen, dann tanken. Ob man Geld zurückbekommt wenn das Bezahlte nicht alles reinpaßt, habe ich zum Glück nicht erfahren.
Laut dem ADAC werden Kreditkarten nicht überall genommen. Aber die UA und RUS haben den Spruch „Live now – pay later“ auch schon verinnerlicht. Ich habe alle Tankrechnungen mit Karte bezahlt, auch in vielen Supermärkten kann man damit bezahlen.
Geldwechsel: ich habe mir von zu Hause Devisen für die UA und RUS mitgenommen. In beiden Ländern gibt es überall Bankomaten, die aber nicht immer funktionieren. In RUS war der höchste Betrag den man bekommen konnte 4000 Rubel, ca. 100€. In Deutschland habe ich für einen Euro 35 Rubel bekommen, in Rußland 45 Rubel bei der Bank. Beim Abheben vom Automaten kommen immer 5€ Gebühren dazu, also nur Bares ist Wahres. Da ich aber Tanken, Hotel,Essen gehen meistens mit Kreditkarte bezahlt habe, war der Bargeldbedarf doch nicht so hoch. Als Zweitwährung hatte ich noch US Dollars dabei. Der Vorteil des US Dollars ist die Stückelung. Es gibt 1 Dollarscheine,sehr praktisch als Trinkgeld.
Hotel: Hotels findet man fast überall, da wo wir nicht im Freien übernachten konnten z.B Volgograd ging es ins Hotel.Zur Abwechslung mal ganz angenehm, vernünftige Sanitäranlagen, Frühstück vom Buffet und ganz wichtig: keine Mücken. Im Hotel habe ich nie Adapter für elektrischen Strom gebraucht, die Steckdosen sehen wohl teilweise anders aus wie bei uns, aber es kommt wirklich Strom raus.
Für mich war eine Hotelübernachtung  zwischendurch sehr wichtig. Im Hotel gab es Trinkwasser. In meinem 110er habe ich 150l Wasservorrat, aber das reicht nicht für 1 Woche Duschen, ja es gibt Menschen die können mit 3l Wasser duschen, ich nicht. Leider gibt es in RUS fast keine öffentlichen Brunnen, ich habe nur 2 Stück gesehen. An der Tanke haben wir nur einmal einen Außenwasseranschluß gefunden. Hotels hatten auch keinen Hahn draußen, bei 30°- im Winter auch nicht so gut. Also habe ich bei jeder Hotelübernachtung meine Gießkanne mit 10l genommen und bin von meiner Dusche zum Auto gelaufen. Einmal hatte ich ein Zimmer im 6.Stock, dann immer mit einer vollen Kanne runter macht keinen Spaß. Im Kaukasus haben wir das Wasser aus einem Fluß geholt. Zum Trinken kauft man im Magazin 5l Kanister. Wir hatten keine Probleme mit dem Wasser.
Leider konnte kein Teilnehmer der Tour russisch. wir sind aber gut durchgekommen, manche sprechen ein bisschen Englisch und die Zeichensprache gibt es ja auch noch.
Technische Probleme wurden von örtlichen Mechanikern immer gelöst, die Ukrainer und Russen waren alle sehr freundlich, bis auf eine Berufsgruppe.
Ich möchte Renate und Claus noch einmal danken für die schöne Reise.
 
Emanuel Ebner

Russland-Reise 2013 – Bericht von Claus Ruhe

Alles begann wie geplant und wie geplant endete auch unsere 4-wöchige Reise.

Mit viel Erlebnissen, aber ohne negative Zwischenfälle.

6 Autos, und 8 Personen haben sich zu dieser interessanten Reise in Tarnow/Polen getroffen.

Das erste Erlebnis war der Grenzübertritt zur Ukraine. Polen ist jetzt EU-Außengrenze. Korrekt und relativ zügig wurden wir abgefertigt. Keine Probleme.

Bis kurz hinter Lviv verlief die Fahrt zügig. Zur Fußball Europameisterschaft hat man hier die grenznahen Straßen gut ausgebaut.

Und dann tauchten plötzlich Schlaglöcher auf. Zu hunderten und zum Teil mehr als 30 cm tief. Loch an Loch. Bei dem starken Verkehr war es schier unmöglich, jedes Loch zu umfahren. Und so haben unser Stoßdämpfer entsprechend leiden müssen.

Nach 2 Tagen Fahrt durch die UA erreichten wir das Ufer des Dnjepr und schlugen unser Lager direkt auf dem Sandstrand bei Kremenchuk auf.

Ein junges Pärchen mit Kind bat uns, Fotos von unseren Autos machen zu dürfen. „Klar“. 1 Stunde später stand das Pärchen wieder in unserem Camp und überreichte uns selbstgebrannten Wodka, eingelegte Gurken und Pilze, Speck, Kuchen und Eier.

Im Gegenzug schenkten wir dem Jungen eine Armbanduhr, ein Baseball Cap und Schlüsselanhänger wechselten ihren Besitzer. Die Teilnehmer unserer Reise konnten es nicht glauben. Hätten sie es nicht selbst erlebt, sie hätten es als Lügengeschichte abgetan.

Jeden Morgen um 9.00 Uhr gab es die Tagesbesprechung und den Spruch des Tages. Claus erklärte die Route des Tages und jeder konnte seine Wünsche bezüglich Einkaufs und dergleichen einbringen.

„Wenn wir morgen in Russland sind…..“ begann eine Frage.

„Nein, wir sind morgen noch nicht in Russland“.

Die Strecke durch die Ukraine beträgt von der polnischen Grenze über 1.200 Kilometer. Bei einer durchschnittlichen Reisegeschwindigkeit von 50 km/h schafft man bei 6 Stunden Fahrt 300 km. Die Reise durch die Ukraine dauert demzufolge 4 volle Tage. Aufgrund unserer Vorjahres Reise kannten wir ein paar gute Camp-Plätze, sodass wir zumindest in der UA nicht suchen mussten.

Nun hatten wir an unserem „Big Schiff“ die erste Panne. Die Halterung vom Reserverad war gebrochen. Schnell war eine Werkstatt gefunden und der Träger geschweißt. Und 2 Wochen hat diese Schweißnaht auch gehalten. Danach haben wir das Rad mit starken Zurrgurten befestigt. Fertig. Hat gehalten.

Nach den besagten 4 Tagen hatten wir das Asowsche Meer erreicht und unser Lager direkt am Strand aufgeschlagen.

Ein Einheimischer hat uns besucht und wir haben fast 1 Stunde mit ihm geplaudert.

Niemand von uns hat auch nur 1 Satz von ihm verstanden. Und wir sind sicher, dass er auch von unseren Erzählungen kein Wort verstanden hat. Mit einem herzlichen Händedruck für alle, ging er nach Hause. Ich denke er wird ganz stolz seiner ganzen Familie erzählen, dass er mit Germanskys erzählt hat.

Am nächsten Morgen haben wir erst noch einmal alle die Papiere gecheckt. Lieber hier noch einmal alles prüfen, als an der Grenze Probleme zu haben.

Nach 1 ½ Stunden war der Ukrainische Zoll überstanden. Nun kamen die Russen.

Migrationskarte ausfüllen und vorzeigen, dann ging der erste Schlagbaum hoch.

Passkontrolle, Visum prüfen, und Einreiseprotokoll ausfüllen. Zum Glück hat der Beamte das einzige Exemplar in Deutsch für uns kopiert. Dennoch mussten wir es alle 2x ausfüllen. Wenn das Auto 2.498 ccm hat, dann darf man nicht einfach schreiben 2.5 Liter Hubraum. Das ist dann nicht korrekt. Sehr genau aber ohne Schikanen hatten wir alle nach 2 Stunden die Grenze passiert.

Nun herrschte der Rubel vor. 1 € gleich 40 Rubel. Erst einmal tanken.

Für 85 Liter haben wir dort weniger als 50,- € bezahlt.

Nun mussten wir eine Reifen-Firma finden. Hannes hatte sich einen Nagel in den Reifen gefahren, der mit unseren Hilfsmitteln nicht zu reparieren war.

Während die Gruppe in einem klimatisierten Restaurant saß, wurde der Reifen geflickt. Auch dieses Problem war gelöst.

Etwas mehr Probleme hatten wir in dem Lokal mit der kyrillischen Speisekarte. Auch mit Phantasie und Wörterbuch sind wir nicht so richtig weiter gekommen. Aber da saß am Nebentisch ein Familie mit einer etwa 14 jährigen Tochter. Vielleicht hatte das Mädchen in der Schule „englisch“? Volltreffer. Das Mädchen konnte uns helfen, hat ihrem Vater übersetzt und der hat für uns bestellt. Eine Klasse Aktion.

Ob ich wirklich das bekommen habe, was ich bestellt habe bleibt fraglich. Auf jeden Fall hat es geschmeckt. Und wer immer nur Schnitzel möchte, der sollte lieber zu Hause bleiben. Gel.

Da wir immer weiter nach Osten fuhren, mussten wir erst in der Ukraine die Uhr 1 Stunde vorstellen und jetzt in Russland noch einmal 1 Stunde.

Eigentlich hatten wir alle ausreichend Lebensmittel dabei, so dass wir nur Mineralwasser und Brot kaufen mussten. Aber so ein Einkauf in einem „Magazin“ hat ja auch seinen Reiz. Alle Beschreibungen in kyrillischer Schrift. Aber oft konnte man aufgrund des Bildes erkennen, was drin ist. Und so haben wir bei jeder Gelegenheit unseren abenteuerlichen Einkauf genossen.

Mit einer kleinen und fürwahr antiken Seil- Fähre sind wir über den Don gefahren

und haben an einer kleinen Bucht unser Camp aufgeschlagen. Auch hier haben sich die Einheimischen, die dort ihren Badetag mit lauter Musik genossen hatten, am späten Abend mit Handschlag von uns verabschiedet.

Zunächst haben wir die alte und die neue Hauptstadt der Kosaken besucht und den prunkvollen Kathedralen einen Besuch abgestattet.

Die durchschnittliche Außentemperatur betrug tagsüber 35 Grad. Durch das Inlandsklima recht gut verträglich.

Vielleicht war Glück im Spiel. Oder die Intuition unserer Navigatorin.

Jedenfalls haben wir am nächsten Abend einen wundervollen Sandstrand direkt am Ufer des Don gefunden. Erst ein Bier und dann baden? Nein, erst einmal ins Nass.

Und so haben wir wie ausgelassene Kinder im angenehm warmen Wasser des Don gebadet, gespielt, gescherzt und dabei zugeschen, wie die großen Containerschiffe

zum Greifen nah an uns vorbei zogen. Hier hätte man 1 ganze Woche Urlaub machen können. Abends kam die Polizei vorbei. Hat sich umgesehen, gegrüßt und ist wieder gefahren.

Auf der gesamten Tour hatten wir nur einen festen Termin. Am Montag um 11.30 Uhr wollten wir im Hotel in Wolgograd sein, denn unsere Reiseleiterin wollte mit einem Kleinbus um 13.00 Uhr zur Sightseeing-Tour vor dem Hotel stehen.

So haben wir noch einmal kurz vor Wolgograd am Wolga-Don-Kanal übernachtet.

Da ein leichter und beständiger Wind wehte, hatten wir keine allzu große Plage mit den Mücken. Aber die eine oder andere Mücke hat uns natürlich doch erwischt.

So musste ein Teilnehmer dann am nächsten Morgen mit nur einem offenen Auge weiterfahren. Das linke Auto hatten ihm die Plagegeister zugestochen.

Der Bau des Wolga-Don Kanals hat in seiner Bauzeit viel Todesofer gefordert. Auch deutsche Kriegsgefangene haben am Bau mitarbeiten müssen.

Pünktlich erreichten was Hotel in Wolgograd im Norden der Stadt. Wolgograd ist 90 km lang und nur 7 km breit. Da wir vom Süden in die Stadt kamen, hatten wir ganz viel Fahrspaß in der Innenstadt, denn mit 6 Auto schafft man dort gemeinsam keine „Grünphase“. Da wir aber alle Funk an Bord hatten, verlief auch diese Herausforderung erfolgreich.

Nach über 1 Woche auf Tour war die heiße Hotel-Dusche ein Wohlgenuss.

„Unsere“ Anna hat uns dann „ihre“ Stadt gezeigt und uns auch Details der grausamen Vergangenheit erzählt. Hass oder Ablehnung der Wolgograder gegen uns Deutsche konnten wir nicht feststellen. „Es war Krieg. Die Soldaten haben auf beiden Seiten nur getan, was ihnen befohlen wurde“ war die einhellige Meinung der Russen. Stalingrad – ein Name, den jeder Mensch auf dieser Welt kennt. Wie grausam es dort vor 70 Jahren war, konnte man aus diversen Dokumentationen erkennen. Viele der gefallenen Soldaten waren nur knapp älter als 20 Jahre alt.

Danach fuhren wir über die Wolga und haben im Salzsee bei Baskunchak gebadet.

Dieser See hat einen Salzgehalt wie im Toten Meer und es war ein herrliches Erlebnis, den Auftrieb unseres Körpers im Wasser zu erleben.

Am Abend hatten wir dann Besuch von einem Security-Beauftragten. Dort wo wir unser Lager hatten, dürfen sich ausländische Touristen nicht aufhalten – wurden wir aufgeklärt. Das lag daran, dass die Grenze zu Kasachstan nur 5 Km entfernt sei.

Beim nächsten Mal sollten wir uns eine Genehmigung besorgen. Damit war die Sache abgehakt. I

mmer am Rand der Wolga entlang erreichten wir die Stadt Astrakhan. Auch hier haben wir uns wegen der Hitze ein Hotel genommen, das direkt am Ufer der Wolga lag. So ein einheimisches Hotel-Frühstück war auch ein Erlebnis. Es gab Brot und Brötchen, Kaffee, Würstchen, Quark, Nudeln, Buchweizen und Spiegelei. Aber keine Marmelade und keinen Honig.

Gut gestärkt fuhren wir dann tief in das Wolga Delta hinein. Bis die letzte kleine Straße endete. Dann haben wir mit viel Mimik, Gestik und unserem kleinen Hilfs-Wörterbuch jemanden gefunden, der uns mit 2 schnellen Booten durch das Delta bis ins Kaspische Meer fuhr. Mit fast 60 km/h durch das Delta zu fahren war ein riesiger Spaß. Und da der Boot-Vermieter auch Zimmer hatte, sind wir einfach dort geblieben und haben einen fast mückenfreien Abend erlebt.

Nun lag die schier endlose Kalmücken Steppe mit vielen ausgetrockneten Salzseen vor uns. Eine Steppenlandschaft, die irgendwie kein Ende nehmen wollte. Dazwischen roter Sand, wie in der Sahara. Keine Dörfer, keine Menschen. Ein großes Nichts. Dann tauchte die Stadt Elista vor uns auf. Das europäische Zentrum des Buddhismus. Hier, im goldenen Tempel, steht die größte Buddha-Statue Europas. Die Mehrzahl der Bewohner zwischen Astrakhan und Elista sind Mongolen.

Wir fühlten uns in eine andere Welt versetzt.

Der Kalender verriet uns, dass wir gut im Zeitplan lagen.

So haben wir kurzerhand den Entschluss gefasst, noch in den Kaukasus zu fahren.

Hier begegneten wir einer ganz anderen Gruppe von Menschen.

Bis auf Sichtweite des Elbrus sind wir vorgedrungen. Der Elbrus ist mit über 5000 Metern der höchste Berg Europas. Darüber streiten allerdings die Fachleute, denn geographisch liegt der Berg bereits in Asien. Das bedeute für uns, dass wir auf unserer Reise im östlichsten Teil, diverse Mal über die Grenze von Europa weggefahren sind.

Am Ende des Tages war Socci, wo im Winter 2013 die Olympiade statt findet, nur 100 km entfernt. Und da es so ein toller Tag war, hat uns Renate alle zu Kartoffelpuffer eingeladen, die sie auf der Muurikaa goldbraun und knusprig zubereitet hat. Danach ein Wodka zu Verdauung und dann ins Dachzelt.

Es war 22.oo Uhr Ortszeit. Irgendwie komisch, wenn man nach deutscher Zeit um 20.00 Uhr ins Bett geht.

Dann fuhren wir die russische Schwarzmeer Küste hinauf und entdeckten einen Campingplatz. Leider wollte der uniformierte Wachmann einfach die Schranke nicht öffnen. Erst als es ein Hubkonzert gab, weil die Autos unsere Reisegruppe die Straße blockierte, ließ er uns rein.

Bei der Anmeldung den Reisepass vorlegen und ein Formular ausfüllen. Dieses Formular mussten wir dann dem zitierten Wachmann vorlegen, danach durften wir auf den Platz.

Man stelle sich vor, dass ein LKW über weichen Boden fährt und entsprechend einsinkt. Dann trocknen die Spurrillen in der Sonne. So sah der Platz aus.

Das Duschhaus hatte das Flair einer Kaserne in der frühen 50er Jahren.

Nun gut, mit Badelatschen konnte man es wagen, dort zu duschen.

Und dann der Schock. Die Toilettenanlage bestand aus 3 Reihen Löchern im Betonboden. Jeweils rechts und links gab es eine 1 Meter hohe Abgrenzung aus Plastikplatten. Türen davor? Fehlanzeige. Und so musste man an Menschen vorbei gehen, die dort in der Hocke ihr „Geschäft“ verrichteten. Es drängte uns wieder in die freie Natur.

Dann erreichten wir die Fähranlage zur Halbinsel Krim, die gleichzeitig die Grenze zur Ukraine bedeutet. Obwohl wir frühzeitig aufgebrochen sind, zeigte das Thermometer um 10.00 Uhr schon 38 Grad. In dieser Hitze gab es keinen Schatten und die Abfertigung dauerte natürlich wieder ihre Zeit. Aber auch hier verlief die Kontrolle überaus „korrekt“ aber unproblematisch.

Und nun ging es Schlag auf Schlag. Der Kühler am „G“-Modell war undicht und der LKW hat sich den Auspuff abgerissen. Wie sagt man doch: „Was uns eben belastet hat, kann im nächsten Moment unser Vorteil sein“. In Kerk hatten wir im letzten Jahr eine Panne an einem Pick-Up. Dadurch kannte unser Scout eine Werkstatt. Und der Werkstattleiter erkannte unseren Scout wieder. Ruck-Zuck war für den nächsten Tag ein Termin gemacht. Morgens gebracht – abends fertig.

Hoch oben, an der Steilküste, haben wir am Asowschen Meer unser Lager aufgeschlagen. Ein traumhafter Blick und traumhaftes Wetter. Was lag da näher, als einen gemütlichen Grillabend zu organisieren.

Hier konnte man wieder mit dem Spaten und der Rolle Toilettenpapier hinter ausreichend vorhandene Büsche gehen. Dann hat aber der Hund von Bernd, ein abgerichteter Jagdhund, eine recht große Schlange apportiert. Dieser Umstand hat das „Vergnügen“ dann etwas getrübt.

39 Grad, das war nicht die aktuelle Außentemperatur, sondern der Fiberstand vom Claus. Er hatte sich irgendwie eine Kopfgrippe zugezogen. Trotz der Einnahme von Tabletten waren es 3 harte Tage für unseren Führer, denn so einfach mal ein paar Tage ins Bett legen, ging ja leider nicht.

Der nächste Tag war Urlaub. Besuch der Festung von Sudak, wo eine der Endstationen der Seidenstraße war – und dann am Strand liegen. Und weil es uns so gut gefiel, sind wir auf unseren Lagerplatz an der Steilküste zurück gekehrt. An diesem Tag haben wir sowohl im Asowschen- als auch im Schwarzen Meer gebadet.

Nun lag der letzte Höhepunkt unserer Reise vor uns. Die schmale Landzunge.

Fast 100 km Wellblechpiste direkt am Strand lang. Leider hatten die Mücken diesen Landstrich für sich entdeckt. In nur 1 Minute hatten wir 30 Mücken im Auto. Also weiter und weiter. Erst am Ende der Landzunge war es „relativ“ mückenfrei und wir konnten unser Lager direkt am Sandstrand aufschlagen.

Fazit diese Strecke war, dass der Gepäckträger vom Toyota um 10 cm nach vorn gerückt war. Und unser Bernd hat eine ganz große Mülltüte benötigt. Die Hälfte von seinem Porzellan-Geschirr war Schrott.

(Wer nimmt auch Porzellangeschirr mit auf Reisen?

Das Wetter hatte umgeschlagen und es regnete trotz angenehmer Temperatur immer mal wieder. Bei diesem Wetter ist es nach 3 ½ Wochen Reisezeit nicht mehr abenteuerlich, an irgendeinem Fluss zu übernachten. So haben wir das rechte Pedal betätigt und sind statt in 4 Tagen in nur 3 Tagen durch die Ukraine gefahren.

Somit entete unser Erlebnisreise 1 Tag früher.

Auf dem Campingplatz bei Rzeszow in Polen gab es dann das Abschieds-Dinner und den Fototausch.

Alle Teilnehmer haben unfallfrei ihren Wohnort erreicht. Die Verarbeitung dieser Reiserelbnisse wird aber wohl noch Wochen in Anspruch nehmen.